Solarenergie ist in Afrika der schnellste und einfachste Weg, Strom zu erzeugen. Doch bisher wird die Sonne dazu viel zu ­selten genutzt. Das soll sich durch technische Fortschritte, neue hochmoderne Anlagen und dem globalen Druck zur Verbesserung der CO2-Bilanz ändern. Hochwertige Kabel und Verbindungslösungen von LAPP helfen, den extremen Bedingungen zu trotzen. Eine Abenteuertour Richtung Afrikas Zukunft der Energieversorgung.

Text: Michael Thiem

Planend: Alan Mulder (rechts) und Ayanda Dayimani von LAPP informieren sich vor Ort, wann welche Kabel benötigt werden

Rund 10.000 Kilometer ist jedes LAPP Produkt von Deutschland bis nach Johannesburg unterwegs.

 

Zur Sicherheit überprüft Alan Mulder auf seinem Tablet die Anfahrtsroute. „Sind wir richtig?“, fragt der LAPP Verkaufsexperte seinen Kollegen Ayanda Dayimani am Steuer und zoomt auf die Details. Der 41-Jährige nickt. Er kennt die Strecke. Wenige Kilometer nach Vryburg, einem Städtchen mit rund 20.000 Einwohnern in der südafrikanischen Provinz Nord-West, knapp 400 Kilometer westlich von Johannesburg, verlässt der weiße Transporter von LAPP die asphaltierte Nationalstraße N14. Dayimani steuert den Wagen über die Schotter- und Sandpiste. Immer wieder weicht er tiefen Schlaglöchern aus. Mulders Tablet hüpft auf seinem Schoß. Neugierige Strauße am Straßenrand verschwinden durch den aufgewirbelten Sand im Außenspiegel. Die Fahrt führt mitten durch das Kalahari Thornveld, eine Vegationsmischung aus Grasland und Dickicht, typisch für das nördliche Südafrika. „Die Straße gab es schon immer. Wenn man weiterfährt, kommt eine Stadt. Sagt man. Ich war noch nie da“, grinst Dayimani. Nach knapp einer halben Stunde biegt er ab. Sie haben ihr Ziel erreicht: Die Baustelle eines neuen Solarparks. Irgendwo im afrikanischen Nirgendwo wird wie an vielen anderen Stellen auf dem Kontinent für die Zukunft gebaut. Die Nutzung erneuerbarer Energien – vor allem durch die Sonne – eröffnet Chancen für 600 Millionen Menschen, die bisher keinen Zugang zu elektrischem Strom haben. Das ist die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung. Mulder und Dayimani steigen aus, nehmen einen kräftigen Schluck Wasser, setzen Helm und Warnweste auf – und sind zufrieden. Denn die Trommeln mit den Solarkabeln von LAPP sind bereits angeliefert.

Die Sonne brennt unerbittlich. Im Sommer sind hier Temperaturen von 45 Grad Celsius keine Seltenheit. Für rund 100 Millionen Euro entsteht auf dem 150 Hektar großen Gelände bis Juli 2020 einer der größten Solarparks Südafrikas. Zeitweise bis zu 400 Arbeiter sind gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Noch werden mithilfe einer Bohrramme die Pfähle für die Befestigung der Solarpanels 1,60 Meter tief in den steinigen Untergrund befördert. Für die Verteilstationen waren dafür sogar kleine Sprengungen nötig. Die Vorarbeiten für den Bau von Umspannwerk, Büro, Lager und der dazugehörigen Infrastruktur laufen ebenfalls bereits. Es ist ein Abenteuer! So erzählen Arbeiter, dass morgens das Brüllen der hungrigen Löwen einer angrenzenden Aufzuchtstation zu hören sei. Aber der Zaun sollte halten. Und es ist ein Knochenjob. Von oben brennt die Sonne nachmittags erbarmungslos, am Boden lauern Schlangen, Skorpione und Zecken. Immer wieder ziehen kleine Sand-Wirbelstürme über die Anlage und geben einen Vorgeschmack auf die harten Bedingungen, denen der Solarpark nach der Inbetriebnahme dauerhaft trotzen muss. Schon bald werden die Solarpanel, jeweils 1,90 Meter mal 1,10 Meter groß, montiert. 262.000 von ihnen ergeben eine Fläche von fast 550.000 Quadratmetern. Das entspricht 135 Fußballfeldern. 86 Megawatt beträgt die Leistung der Anlage. Der Strom wird ins öffentliche Netz gespeist. Damit können rund 15.000 Haushalte in Südafrika mit Strom versorgt werden.

Kraftvoll: Mit einer Bohrramme werden die Pfähle für die Solaranlage in den harten Untergrund getrieben

„Afrika ist ein schlafender Riese.“

Chad Andrews, Geschäftsführer von LAPP Südafrika
Chad Andrews

2,3 Millonen Meter Kabel
Das Gelände des Solarparks hat ein leichtes Gefälle. Ein ausgeklügeltes Sensorsystem steuert später Motoren, die dies ausgleichen – und noch viel mehr können. Je nach Sonnenstand wird die Neigung der Solarpanels verändert. Morgens sind die Kollektoren im 30-Grad-Winkel nach Osten ausgerichtet. Abends sind es wieder 30 Grad, diesmal aber nach Westen. Die Nachjustierung erfolgt laufend. Immer optimal der Sonne entgegen. Je mehr Technik zum Einsatz kommt, desto leistungsfähigere Kabel und Verbindungslösungen werden benötigt. Rund 2,3 Millionen Meter Kabel von LAPP werden hier verbaut. Insgesamt kommen 36 verschiedene Produkte zum Einsatz.

 

 

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